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Newsroom – Markus Trantow

Funke-Chefredakteur Jörg Quoos: „Ich kenne kein Medium in Deutschland, das so einen Hebel hat“

Funke-Chefredakteur Jörg Quoos: „Ich kenne kein Medium in Deutschland, das so einen Hebel hat“ Jörg Quoos (Foto: Reto Klar/Funke Foto Services)

Die Funke Mediengruppe nutzt ihre Anzeigenblätter künftig auch für bundespolitische Berichterstattung. Im Interview mit „turi2“ erklärt der Chefredakteur, wie der Verlag damit 4,2 Millionen Haushalte erreichen und Desinformation entgegenwirken will.

Berlin – Die Funke Mediengruppe erweitert das journalistische Angebot ihrer Anzeigenblätter. Künftig erhalten die Wochenblätter eine Seite Bundespolitik aus der Zentralredaktion in Berlin sowie eine weitere Seite mit Themen aus den Regionen. Insgesamt erreicht das Angebot nach Angaben des Verlags 4,2 Millionen Haushalte in fünf Bundesländern.


Über die Initiative sprach Funke-Chefredakteur Jörg Quoos mit Markus Trantow für die Themenwoche „Anzeigenblätter – Reichweite und gesellschaftliche Teilhabe“ von „turi2“. Quoos erläutert darin, warum die Mediengruppe ihre kostenlosen Wochenblätter stärker für politische Berichterstattung nutzen will, wie sie gegen Desinformation vorgehen möchte und welche Rolle der Journalismus für die Demokratie spielt. Drei Fragen und Antworten aus dem Interview:


Sie beliefern die Funke-Anzeigenblätter neuerdings mit einer Seite Bundespolitik, produziert in der Zentralredaktion in Berlin. Das erwartet man zwischen Supermarkt-Prospekten und regionalen Anzeigen nicht unbedingt. Warum machen Sie das?

Jörg Quoos: Das geht auf eine Idee unserer Verlegerin Julia Becker zurück, die wir hier in den Redaktionen dankbar aufgegriffen haben. Wir liefern wöchentlich eine Seite Bundespolitik, die Kolleginnen und Kollegen aus den Lokalredaktionen steuern eine weitere Seite mit besonderen Themen aus den Regionen bei. So eine riesige Abspielfläche bekommen Journalistinnen und Journalisten selten: Wir erreichen damit 4,2 Millionen Haushalte in fünf Bundesländern. Die Wochenblätter landen direkt bei den Menschen im Briefkasten. Ich kenne kein Medium in Deutschland, das so einen Hebel hat.

 

Wofür genau wollen Sie diesen Hebel nutzen?

Für unseren Beitrag in einem Kampf gegen Desinformation, die in meiner Wahrnehmung immer stärker wird. Ich bin schon ziemlich lange im Gewerbe, aber ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals einer solchen Flut von Fake News ausgesetzt waren – von Rechtsextremen über Linksextremisten, von Spinnern, russischen Bots bis hin, man muss es leider so sagen, zum amerikanischen Präsidenten. Wir steuern mit seriösen Informationen und Einordnung gegen und das jetzt auch für die riesige Leserschaft der Anzeigenblätter. Ich kommentiere dort als Chefredakteur auch persönlich.

 

Ist es Ihrer Meinung nach die Aufgabe der Medien, die Gesellschaft zusammenzuhalten?

Ich verstehe unsere Aufgabe so, dass wir die Demokratie erhalten müssen. Und Demokratie erhalten heißt automatisch auch, die Gesellschaft zusammenzuhalten. Eine Gesellschaft, die sich spaltet und am Ende auseinanderfliegt, ist genau das, was nicht geschehen darf. Wir erleben in Ländern ohne freie Presse hautnah, wie die Demokratie stirbt.

 

Das vollständige Interview mit Jörg Quoos ist bei „turi2“ erschienen.

 

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