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Zeitschriftenverlage erwarten leichtes Umsatzplus für 2011

Verband fordert "faire Rahmenbedingungen" im Wettbewerb mit Google oder Facebook.

Berlin (dapd) - Die Zeitschriftenbranche befindet sich auf einem leichten Wachstumskurs. Den Zeitschriftenverlagen gehe es 2011 im zweiten Jahr hintereinander konjunkturell etwas besser, teilte der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Donnerstag in Berlin mit. Der Umsatz erhöhe sich um 1,4 Prozent auf sieben Milliarden Euro, bei den Beschäftigten gebe es ein Plus von zwei Prozent auf 33.000 Mitarbeiter. Dies ist das Ergebnis der neuen Herbstumfrage unter mehr als 100 Verlagen.

Für 2012 erwarten die Zeitschriftenverlage keinen konjunkturellen Rückgang, jedoch ein etwas schwächeres Wachstum als im laufenden Jahr, wie es weiter hieß. Eine Rückkehr auf das Umsatz-Niveau von 2008 sei nicht in Sicht. Der Inlandsumsatz lag seinerzeit bei 7,6 Milliarden Euro.

VDZ-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Fürstner sagte, die Verlage entwickelten sich im Wettbewerb gerade auch mit neuen Anbietern "strukturell zu hoch komplexen Medienhäusern". Im vergangenen Jahr habe der Anteil von Anzeigen und Vertrieb am Umsatz zusammen noch bei rund 80 Prozent gelegen. 2014 werde er nur noch rund 70 Prozent ausmachen.

Am stärksten - wenn auch auf niedrigem Niveau - werden nach Fürstners Angaben die "mobilen Dienste" zulegen. Das internetbasierte Geschäft werde demnach 2014 auf einen Anteil von elf Prozent anwachsen, bei den Publikumszeitschriften steige er sogar auf 15 Prozent.

Faire Rahmenbedingungen gefordert

Fürstner forderte zugleich faire Spielregeln für den Wettbewerb. Verlagshäuser müssten bisweilen unter strengen und kostspieligen Vorgaben im Bereich der Anzeigen oder des Datenschutzes tätig sein, "während es vor allem für die globalen Internet-Giganten weitgehend freie Bahn gibt", kritisierte er. Die Marktmacht von Apple, Amazon, Facebook und Google sei mittlerweile so groß, dass in einigen Segmenten ein Marktversagen drohe. Die Wettbewerbshüter und nötigenfalls auch die Politik seien gefordert, "faire Rahmenbedingungen" zu erhalten.

Der VDZ-Hauptgeschäftsführer machte sich zudem für ein Leistungsschutzrecht stark. Das im Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP beschlossene Gesetz sieht eine pauschale Abgabe für die berufliche Nutzung von Webseiten vor, die Inhalte von Verlagen weiterverwenden.