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Was Ex-Zeit-Chef Rainer Esser verdient hat

Was Ex-Zeit-Chef Rainer Esser verdient hat Rainer Esse (Foto: Caren Detje)

Die DvH Medien legen im Bundesanzeiger ungewöhnlich detailliert offen, was ihre Geschäftsführung verdient. Daraus lassen sich auch Rückschlüsse auf die Vergütung Esser sziehen – und ein Vergleich mit den Millionenprogrammen bei Axel Springer fällt bemerkenswert aus.

Berlin – „kress pro“-Chefredakteur Markus Wiegand ist für seine Kolumne „Aus unseren Kreisen“ auf eine ungewöhnliche Angabe gestoßen. Die DvH Medien, also „Zeit“, „Handelsblatt“ und „Tagesspiegel“, geben preis, was die Geschäftsführung verdient hat. Darunter ist auch Ex-„Zeit“-Chef Rainer Esser:


Was hat Rainer Esser verdient? Nur das Beste. Schließlich hat der langjährige Chef der „Zeit“ Verlagsgruppe, der die Funktion Ende Januar abgegeben hat, das Geschäft in seiner langen Amtszeit (1999 bis 2026) so gut entwickelt wie nur ganz wenige Medienmanager.


Einen seltenen Anhaltspunkt für die Entlohnung seiner Dienste bieten die Angaben der DvH Medien im „Bundesanzeiger“. In seltener Offenherzigkeit hat das Unternehmen veröffentlicht, was die vierköpfige Geschäftsführung im Jahr 2024 verdient hat. Dazu zählten: Oliver Finsterwalder (Sprecher der Geschäftsführung), Rainer Esser (Geschäftsführer Zeit Verlagsgruppe), Dominic O. Gaspary (Geschäftsführer) und Jochen Maurer (Geschäftsführer). Die Gesamtbezüge: rund 2,7 Millionen. Man darf wohl davon ausgehen, dass nicht alle gleich viel – also 675.000 Euro – verdient haben. Vermutlich waren Rainer Esser und Oliver Finsterwalder, der zugleich Anteile in Höhe von 5 Prozent hält, aufgrund ihrer Bedeutung eher in Richtung Millionengrenze unterwegs, während die Honorierung von Digitalprofi Gaspary und Finanzexperte Maurer geschätzt vielleicht halb so hoch lag.


Wir haben die DvH Medien sicherheitshalber gefragt, ob in den Bezügen auch Tätigkeiten in den Medienhäusern der Holding enthalten sind, wie im Fall von Esser etwa die Doppelfunktion als Geschäftsführer der Zeit Verlagsgruppe. Die Frage mochte man nicht beantworten. Kenner der Dienstverträge gehen jedoch davon aus, dass dem so ist und Esser einen Vertrag mit den DvH Medien hat. Angesichts der Langzeit-Performance Essers ist die Vergütung eher bescheiden bis branchenüblich. Gleiches gilt auch für die Bezahlung des vierköpfigen Aufsichtsrates, der 185.000 Euro erhielt.


Für die Verrücktheiten bei der Vergütung sind weiter andere in der Branche zuständig. Zum Vergleich: Axel Springer hat im selben Jahr rund 80,3 Millionen Euro an Aufwand für ein „anteilsbasiertes Vergütungsprogramm“ für den Vorstand bilanziert. Zusätzlich zur Vergütung von 17,3 Millionen Euro, wohlgemerkt.

 

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