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Newsroom – Tim Gieselmann

Tobias Korenke verteidigt Protest gegen AfD-Kranzniederlegung

Tobias Korenke verteidigt Protest gegen AfD-Kranzniederlegung Tobias Korenke (Foto: APA-Images / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Im Interview mit der „Zeit“ bezeichnet der ehemalige Funke-Sprecher die Präsenz der Partei bei der Veranstaltung als „ungeheuerliche Provokation“.

Berlin – Tobias Korenke verteidigt im Interview mit der „Zeit“ seinen Protest gegen die Niederlegung eines Kranzes der AfD bei der Gedenkfeier der Bundesregierung zum 20. Juli 1944 im Bendlerblock in Berlin. Für den Nachfahr der NS-Widerständler Klaus und Dietrich Bonhoeffer und ehemaligen Funke-Sprecher sei es „schlicht unerträglich“, dass die Partei „dort einen Kranz niederlegt, wo Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Albrecht Mertz von Quirnheim, Friedrich Olbricht und Werner von Haeften erschossen wurden“. Die Präsenz von AfD-Abgeordneten und -Kränzen bei derlei Feiern sei eine „ungeheuerliche Provokation“. Für viele Nachfahren sei es „unerträglich, dass sich eine Partei wie die AfD sogar in die Tradition des Widerstands stellen wollte“. Korenke sieht die AfD als „eine antidemokratische Partei: Eine Partei, die unsere demokratischen Freiheiten nutzt, um genau diese einzuschränken oder sogar abzuschaffen.“

 

Sein Protest sei spontan entstanden, aber Korenke glaubt, er würde wieder so handeln. Allerdings gehe ihm der entstandene Trubel „etwas an die Seele. Ich hatte nicht mit dieser Medienpräsenz gerechnet.“ Rechtlich sei er „völlig im Unrecht“ gewesen, moralisch differenziert er: „Manchmal muss man Dinge tun, um Zeichen zu setzen und deutlich zu machen, dass man bestimmte Entwicklungen nicht akzeptiert.“ Seine Beleidigung eines Protokollmitarbeiters inmitten der „aufgeladenen Situation“ beurteilt er rückblickend als „unmöglich“. Seine Entschuldigung habe der Betroffene angenommen. (turi2)

 

 

 

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