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Newsroom – Georg Taitl

„Mehr russische Soldaten töten“: Moskau ermittelt jetzt offenbar gegen FAZ-Journalisten

Gegen Michael Martens soll in Russland ein Strafverfahren eingeleitet worden sein. Hintergrund ist eine Frage an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Möglichkeiten, die Ukraine im Krieg gegen Russland zu unterstützen.

Moskau – In Russland sind offenbar strafrechtliche Ermittlungen gegen den FAZ-Journalisten Michael Martens aufgenommen worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete, gegen den Balkankorrespondenten der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sei ein Strafverfahren eingeleitet worden, berichtet die FAZ. Der Vorwurf lautet demnach auf das Schüren von Hass und Feindseligkeit. Der FAZ ist das Verfahren nach eigenen Angaben nicht bekannt.


Auslöser ist eine Frage, die Martens vor gut einer Woche bei einer Pressekonferenz in Belgrad an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj richtete. Er fragte, was die Europäer tun könnten, um der Ukraine dabei zu helfen, mehr russische Soldaten zu töten.


Die Äußerung stieß auf scharfe Kritik, auch von russischer Seite. Die FAZ erklärte daraufhin, die Frage ihres Mitarbeiters sei missverständlich formuliert gewesen. Dies bedauere die Zeitung. Es entspreche nicht ihrer redaktionellen Linie, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Die FAZ bezeichnete zudem „Diffamierungen und Drohungen“ gegen ihren Korrespondenten als „inakzeptabel“.


Nach Angaben von Tass wird derzeit geprüft, ob Martens international zur Fahndung ausgeschrieben werden soll. Im Falle einer Verurteilung könnten ihm in Russland bis zu sechs Jahre Straflager drohen. Russische Gerichte können Urteile auch in Abwesenheit eines Angeklagten fällen.

 

 

 

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