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Mediensenator Brosda: Social-Media-Verbot wäre Kapitulationserklärung

Deutschland diskutiert weiter über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Einer der wichtigsten Medienpolitiker ist kein Fan der Maßnahme – und verweist auf das Recht der Teilhabe.

Hamburg (KNA) – Für den Hamburger Medienpolitiker Carsten Brosda (SPD) wäre ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche eine politische Kapitulationserklärung. Das sagte Brosda am Montag beim 2MR-Festival in Hamburg, das alternative soziale Medien beleuchtet. Wenn man Kinder und Jugendliche von der Nutzung von Social-Media-Angeboten ausschließe, sei das ein Bekenntnis, dass man es nicht schaffe, die Plattformen so zu gestalten, dass sie für Kinder nicht schädlich seien, so Brosda weiter.


Digitale Teilhabe ein Menschenrecht

„Die Teilhabe an digitalen Kommunikationsräumen ist auch für Kinder ein Menschenrecht“, so der Politiker. Außerdem wies er darauf hin, dass ältere Menschen, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, oft viel größere Probleme hätten, mit der Technologie und den Plattformen umzugehen.

Brosda erinnerte in seiner Rede an die ursprünglichen Versprechen von Austausch und Netzwerken, die zu Beginn mit sozialen Medien verbunden gewesen seien. Der Kapitalismus habe dann aber dafür gesorgt, dass sich das eigentlich dezentrale Internet immer mehr zentralisiert habe, weil so digitale Geschäftsmodelle leichter umzusetzen gewesen seien. „Plattformen wirken heute wie die alten Massenmedien, nur mit schlechterem Content“, so Brosda. Die ursprüngliche Idee hinter sozialen Netzwerken, dass Menschen sich unterhalten und verbinden, sei theoretisch zwar noch möglich. In der Realität passiere das aber nicht mehr.

 

Alternativen und Regulierung

Um die Probleme zu lösen, setzt Brosda auf gemeinwohlorientierte, dezentrale Alternativen, aber auch auf Medienkompetenz und bessere Regulierung der bestehenden großen Plattformen. „Eigentlich hätte so etwas wie Social Media nur öffentlich-rechtlich gebaut werden dürfen. Das haben wir damals nicht verstanden, und jetzt kriegen wir das nicht mehr hin“, bedauert der SPD-Politiker. Deshalb brauche es bessere Regulierung, die in Deutschland und Europa auch schneller umgesetzt werden müsse.

Wünschenswert wäre es Brosda zufolge, sich international, auch mit den USA, über Technologieregulierung zu verständigen. Das halte er aber mit der aktuellen US-Regierung für ausgeschlossen. „Ich hoffe sehr, dass wir in zwei Jahren wieder Gesprächspartner haben, die satisfaktionsfähig sind“, so Brosda weiter.

 

 

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