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Fernandes und Ulmen treiben „Spiegel“ im Zitate-Ranking nach oben

Insgesamt zeigt das aktuelle Media-Tenor-Ranking Verschiebungen zugunsten internationaler Medien und zulasten deutscher Wirtschaftstitel.

Berlin – Roland Schatz und sein Media-Tenor-Team haben zwischen Januar und März 6.641 Zitate ausgewertet. „Bild“ legt zu, der „Spiegel“ um Dirk Kurbjuweit überrascht – dagegen müssen das „Handelsblatt“ und die RTL-ntv-Stern-Gruppe kräftige Verluste einstecken. Die „Rheinische Post“ erlebt einen herausragenden Jahresauftakt. 

 

US-Medien und die „Financial Times“ spielen im Media-Tenor-Zitate-Ranking im ersten Quartal 2026 eine noch größere Rolle als bisher. Thematischer Schwerpunkt bei den Medienzitaten waren außenpolitische Themen und internationale Konflikte. Die Sicht auf die Trump-Administration ist von der „New York Times“ und dem „WSJ“ getrieben.

 

Aus deutscher Sicht bleibt die „Bild“-Gruppe meistzitiert und gewinnt an Zitaten, der „Spiegel“ holt deutlich auf, nicht zuletzt durch die Recherchen rund um den Fall Fernandes/Ulmen. Auch „Politico“ und „Rheinische Post“ legen deutlich zu. Die „Welt“, bei der seit März Helge Fuhst Chefredakteur ist, verliert an Boden.

 

Die Bedeutung von Social-Media-Plattformen nimmt ab, Informationsangebote wie „Machtwechsel“ oder „Ronzheimer“ kommen als Angebote dazu. „Wie selten zuvor offenbart das Zitate-Ranking im Q1 2026 eine gewisse Verunsicherung in der deutschen Medienlandschaft hin zu einer abnehmenden Wirkungsmacht ausgewählter deutscher Medien“, analysiert Roland Schatz, Chef von Media Tenor International. „Bei einem Gesamt-Anstieg aller Zitate um 10 % trifft der hohe Zitate-Verlust mit dem ‚Handelsblatt‘ die einzige deutsche Wirtschaftszeitung. Sie ist in diesen Zeiten der wirtschaftlichen Unsicherheit besonders gefragt, den Unterschied auszumachen und ihre publizistische Stärke auf diesem Feld auszuspielen.“

 

Schatz kommentiert weiter: „Die Wirtschaft ist im größten Umbruch seit langem, doch die Zitate im Wirtschaftsteil gehen seit drei Jahren zurück – und hier auf Kosten deutscher Medien. Das liegt weniger am Mangel zitatwürdiger Themen. Dies allein mit ‚ausgedünnten Redaktionen‘ erklären zu wollen, greift zu kurz. Es wird zudem der Kompetenz der bestehenden Teams wenig gerecht. Doppelbelastungen reduzieren (eigenes Buch schreiben & promoten sowie Redaktionsverantwortung) wäre ein Weg aus dem Dilemma. Die „FAZ“ rangiert bereits nicht mehr unter den Top 15 meistzitierten Medien im Wirtschaftsteil. Finanziell bestens ausgestattete Redaktionen wie die von ARD und ZDF werden ebenfalls seltener zitiert.“

 

 

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