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KNA

80 Jahre Axel Springer – 80 Erinnerungsstücke

Eine Ausstellung im Berliner Springer-Bau zeigt, was in acht Jahrzehnten Verlagsgeschichte so zusammenkommen kann – zum Beispiel Fake-Zeitungen und den Urahn des DVD-Spielers. Zu sehen im Netz.

Berlin (KNA) – Von Barbies deutscher Vorgängerin bis zum Chefschreibtisch eines Zeitungskönigs: Der Medienkonzern Axel Springer wird 80 Jahre alt und hat zu diesem Anlass eine Ausstellung mit 80 Erinnerungsstücken zusammengestellt. Die Schau im Berliner Verlagsgebäude ist nicht öffentlich, aber über eine Internetgalerie auch Webnutzern in Bild, Text und Video zugänglich.


Zu sehen sind unter anderem mehrere historische Fälschungen der „Bild“-Zeitung, meist in der westdeutschen Studentenszene der 1960er Jahre entstanden. Schon 1958 wurde eine solche Fake-„Bild“ allerdings auch in der DDR hergestellt. „Das hat die DDR gebastelt und hat dann versucht, die Zeitung bei West-Berlinern ins Auto zu legen“, sagte Lars-Broder Keil, Leiter des Unternehmensarchivs von Axel Springer.


Die digitale Expansion
Das vermutlich kurioseste Ausstellungsstück ist die „Bild-Lilli“. Schon in der ersten Ausgabe 1952 tauchte sie als Comic-Heldin auf. Nach der gezeichneten Figur wurde ab 1955 eine Puppe hergestellt. Wenig später entstand in den USA die Barbie-Puppe, die Lilli auffällig ähnlich ist. Ein Rechtsstreit endete mit einem Erfolg für die Firma Mattel, die die Rechte an der „Bild“-Puppe aufkaufte.


In der Schau zeigt Springer, wie das Unternehmen immer wieder früh neue Märkte austestete. So entwickelte das Medienhaus um 1975 eine sogenannte Bildplatte, einen frühen Vorläufer der DVD-Technik. Jedoch waren die Abspielgeräte mit 1.500 Mark (750 Euro) für damalige Verhältnisse zu unerschwinglich.


„Die Technologie war noch nicht ausgereift. Es gab ständig Probleme mit der Technik, so dass wir das nicht weitergeführt haben“, so Archivar Keil. Der Springer-Titel „Die Welt“ sollte 1995 zu den ersten fünf deutschen Zeitungen mit eigener Website zählen. Eine ganze Wand zeigt die digitale Expansion Springers seither.


Büro mit Schiffsreling
Für die Ausstellung wurde auch das Hamburger Arbeitszimmer von Axel Springer nachgebaut. Die Ledersessel sind Originale. Ein für den Stand der 1960er Jahre hochmodernes kleines Schaltkästchen auf der Tischplatte regelt Licht und Klimaanlage. Am Balkon hatte das Arbeitszimmer eine Reling – wie für den Kapitän eines Flaggschiffs.