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dpa

Neue RBB-Programmdirektorin gewählt − Vize rückt auf

Wegen des Weggangs der RBB-Programmdirektorin muss der Posten nachbesetzt werden. Es wird eine Journalistin aus dem eigenen Hause.

Potsdam/Berlin (dpa) − Die Journalistin Katrin Günther wird neue Programmdirektorin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Das Kontrollgremium Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders stimmte am Donnerstag in seiner Sitzung in Potsdam dem Vorschlag von Intendantin Ulrike Demmer zu. Günther ist bislang Vize-Programmdirektorin. Sie startet in der neuen Funktion laut Rundfunkrat am 1. August. Es gab bei der Wahl demnach 23 Ja- und 1 Nein-Stimme. Der Programmdirektorenposten gilt als eine der mächtigsten Positionen in dem Sender.

 

Vor Tagen hatten bereits der „Tagesspiegel“ und der Branchendienst „Medieninsider“ darüber berichtet, dass Günther Programmdirektorin werden soll. Während andere ARD-Sender durchaus vom Rundfunkrat zu wählende Personalvorschläge vorab öffentlich machen, hatte der RBB-Sender dies auf Nachfrage „aus Respekt vor der Rolle des Rundfunkrats und der bevorstehenden Wahl“ nicht getan.

 

Der Posten wird frei, weil Martina Zöllner den Sender verlässt. Ihren im Sommer regulär auslaufenden Vertrag will sie nicht mehr verlängern, wie der Sender im Februar mitgeteilt hatte. Zöllner war erst im vergangenen Jahr zur Programmdirektorin gewählt worden. Das war mitten in der Interims-Intendantinnenzeit von Katrin Vernau gewesen, die begonnen hatte, den Sender aus der Krise um Vorwürfe der Vetternwirtschaft und Verschwendung rund um die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger zu führen und mittlerweile wieder beim WDR als Verwaltungsdirektorin tätig ist. Zöllner hatte im Februar mitgeteilt, dass es für sie Zeit sei, wieder stärker inhaltlich statt vornehmlich administrativ zu arbeiten. Sie wolle einen Teil ihrer gestalterischen Freiheit zurückgewinnen.

 

Es gab laut Intendantin Ulrike Demmer knapp 30 Bewerbungen. Drei Frauen und drei Männer seien zum Gespräch eingeladen worden − zwei von intern, zwei von extern und zwei aus der ARD oder die ARD-nah waren. Laut RBB soll das Jahresgehalt der neuen Programmdirektorin 185.000 Euro betragen, Ruhegeldregelungen gebe es nicht. Letztere waren in der RBB-Krise in die Kritik geraten. 

 

Günther stammt aus dem sächsischen Glauchau und lebt seit 1990 in Berlin. Sie begann ihre berufliche Laufbahn im DDR-Fernsehen und arbeitete später für den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB), der 2003 mit dem Sender Freies Berlin (SFB) zum RBB fusionierte. Sie hatte über die Jahre mehrere Positionen inne. Günther ist derzeit Leiterin des Inhalte-Bereichs Sport, ist stellvertretende Programmdirektorin und verantwortet die digitale Transformation im Programm des Senders. „Mein Ziel ist und bleibt es, den RBB zukunftsfest zu machen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und neue Zielgruppen zu erreichen“, sagte sie in der Sitzung des Rundfunkrats. Der RBB stehe vor einer grundlegenden Transformation. Sie sprach auch von „schmerzhaften Einschnitten“.  Die finanzielle Lage des Senders gilt schon länger als angespannt.