Hannover – Die Madsack Stiftung hat die Gewinnerinnen und Gewinner der Madsack Awards 2026 bekannt gegeben. Ausgezeichnet werden Julia Baumann-Scheyer vom digitalen Lokalmagazin „Kolumna“ in Lindau, Erik Westermann von der „Braunschweiger Zeitung“ sowie Antonie Rietzschel und Josa Mania-Schlegel von der „Leipziger Volkszeitung“.
Wie die Stiftung mitteilt, wurden die mit jeweils 5.000 Euro dotierten Auszeichnungen von Stifterin Sylvia Madsack in Hannover überreicht. Mit mehr als 70 Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum verzeichnete der seit 2023 vergebene Preis einen neuen Bewerberrekord.
„Dieses große Interesse steht auch für die gesteigerte Wahrnehmung des Lokaljournalismus – ein wichtiges Zeichen in diesen Zeiten“, erklärt Sylvia Madsack.
Verwaltungsskandal in Lindau aufgedeckt
Julia Baumann-Scheyer erhält den Preis für eine Artikelserie über einen Skandal in der Stadtverwaltung von Lindau am Bodensee. Ihre Recherchen deckten auf, dass Mitarbeiter des Bauamts neben ihrer Tätigkeit für die Stadt eine private Bauberatungsfirma betrieben. Auch Teile der Stadtspitze waren nach Angaben der Stiftung in den Fall verwickelt.
Justizirrtum und eigene journalistische Fehler
Erik Westermann, Gerichtsreporter der „Braunschweiger Zeitung“, wird für ein umfangreiches Dossier über den Fall „Josephine R.“ ausgezeichnet. Darin arbeitet er einen Justizskandal auf, bei dem es nach Angaben der Stiftung zu zwei Fehlurteilen gekommen war.
Recherchen zu Clan-Kriminalität in Leipzig
Antonie Rietzschel und Josa Mania-Schlegel von der „Leipziger Volkszeitung“ erhalten den dritten Madsack Award für ihre Recherchen zur Clan-Kriminalität in Leipzig. Ausgangspunkt ihrer Berichterstattung war die Suche nach einem Unfallfahrer. Daraus entwickelte sich eine umfangreiche Recherche über kriminelle Strukturen, Gewalt und Konflikte innerhalb einer für Außenstehende schwer zugänglichen Gemeinschaft.
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