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Zeitungsverleger Dirk Ippen: KI-Texte sollten gekennzeichnet werden

Wie weit dürfen Medien beim Einsatz Künstlicher Intelligenz gehen? Um diese Frage tobt in der Branche ein heftiger Streit. Einer der führenden Zeitungsverleger Deutschlands schlägt nun einen Kompromiss vor.

München (KNA) – Der Zeitungsverleger Dirk Ippen hat den KI-generierten Kommentar des Springer-Vorstandschefs Mathias Döpfner gegen Kritik verteidigt. Zugleich sprach er sich für eine Selbstverpflichtung der Medien aus, journalistische Beiträge zu kennzeichnen, die mithilfe Künstlicher Intelligenz entstanden sind.


„Wir können als Medien und auch als Zeitungen an KI nicht vorbeigehen“, erklärte Ippen am Dienstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Es ist die größte Revolution vermutlich seit der Erfindung des Internets oder vielleicht sogar vergleichbar mit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert.“ Er wolle sich daher „mehr auf den Standpunkt des Herrn Döpfner stellen“.

 

Kommentar zu 100 Prozent von KI

Döpfner hatte in der „Welt“ einen Kommentar veröffentlicht, der nach seinen Angaben komplett von Künstlicher Intelligenz verfasst worden war. Darin kritisierte er die Entscheidung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, einen KI-generierten Gastbeitrag des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) aus dem Netz zu nehmen.

 

Ippen betonte, er habe auch Verständnis für die Position der „FAZ“: „Deswegen würde ich vorschlagen, dass die Medien sich selbst verpflichten, Artikel, die durch KI entstanden sind, auch entsprechend zu kennzeichnen. Das ist nach meiner Meinung fair, denn dann wissen alle Leser Bescheid, können es lesen oder nicht lesen und wissen auf jeden Fall, ob es direkt von dem Journalisten stammt oder ob es ein KI-erzeugtes Produkt ist.“

 

Dirk Ippen (85) baute in den vergangenen Jahrzehnten eine der größten deutschen Tageszeitungsgruppen auf, zu der neben dem „Münchner Merkur“, der „Frankfurter Rundschau“ und der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ auch Dutzende Online-Portale gehören.

 

 


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