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Newsroom – Markus Trantow

ZDF geht auf Schadensbegrenzung – und räumt KI-Fehler ein

ZDF geht auf Schadensbegrenzung – und räumt KI-Fehler ein Anne Gellinek (Screenshot: ZDF)

Nach Ausflüchten folgt die Kehrtwende: Nachrichten-Chefin Anne Gellinek entschuldigt sich im „heute-journal“ für ein nicht gekennzeichnetes KI-Video und einen falsch eingeordneten Clip. Die Aufarbeitung fällt deutlicher aus als die bisherige PR-Linie.

Mainz/Berlin – Nach anfänglichen Rechtfertigungsversuchen geht das ZDF nun in die Vollen bei der Entschuldigung für die Verbreitung eines KI-Videos und eines aus dem Zusammenhang gerissenen Videos im „heute-journal“ am vergangenen Sonntag. 

 

Die Sendung am Dienstagabend wird von der Stellvertetenden ZDF-Chefredakteurin und Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Aktuelles, Anne Gellinek, selbst moderiert. In der Mitte der Ausgabe verweist sie auf den Fehler in eigener Sache. Der anschließende Beitrag straft die bisherige PR des Senders in der Sache Lügen. Autor Stefan Leifert, Leiter des „heute-journals“, sagt deutlich, dass die Verwendung von KI-Videos nur dann den Regeln entspricht, wenn der Beitrag explizit von KI-Fakes handelt. Auch ein Video von 2022, das die Redaktion am Sonntag falsch als ICE-Einsatz eingeordnet hatte, spricht Leifert an. Am Ende verspricht Gellinek eine gründliche Aufarbeitung der Fehler und bittet das Publikum um Entschuldigung.

 

Zuvor hatte sich die Sender-PR eher versucht herauszureden. In einer ersten Stellungnahme hatte es geheißen, die Markierung des Videos als KI-generiert sei wegen eines technischen Fehlers bei der Überspielung nicht mit übertragen worden. Eine Erklärung, die etwa „Übermedien“ als „Bullshit“ bezeichnet. Anfragen zu dem falsch als ICE-Einsatz eingeordneten Video-Ausschnitt von 2022 ließ der Sender gleich ganz unbeantwortet.

 

Immerhin hatte das ZDF nach Beschwerden von Zuschauern die entsprechenden Stellen in der Mediathek geändert und mit einem Hinweis versehen. Dort heißt es, dass das Video „aus redaktionellen Gründen“ geändert wurde, was von Kritikern ebenfalls als verschleiernde Formulierung wahrgenommen wird.

 

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