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Top 30 bis 30 2026: Welche Talente den Journalismus von morgen prägen

Top 30 bis 30 2026: Welche Talente den Journalismus von morgen prägen Frederik von Castell

„medium magazin“-Chefredakteur Frederik von Castell blickt auf die „Top 30 bis 30“, den Austausch mit der Community, die wichtigsten Debatten der Branche und wie vielfältig und zukunftsfähig Redaktionen heute wirklich sind.

Berlin – Wie verändert ein neues Digitalangebot die Arbeit einer Redaktion? Welche Themen bewegen Journalistinnen und Journalisten aktuell besonders? Und welche Fragen treiben den Nachwuchs ebenso wie erfahrene Medienschaffende um? Im Editorial der aktuellen Ausgabe von „medium magazin“ blickt Chefredakteur Frederik von Castell auf die ersten Monate nach dem Start von mediummagazin.de, die Resonanz aus der Community und die Schwerpunkte des Hefts. Zudem würdigt er die „Top 30 bis 30“ des Jahres 2026 und benennt die Herausforderungen, denen sich die Branche stellen muss:

 

Seit der vergangenen Ausgabe des „medium magazins“ im März ist vieles anders: Unser Digitalangebot mediummagazin.de hat das Arbeiten in unserer Redaktion stark verändert – und wir sind sehr froh darüber. Zum einen, weil wir uns häufiger, schneller und vielfältiger einbringen können. Zum anderen, weil wir täglich mit euch und Ihnen in Kontakt kommen – und das in ungeahntem Ausmaß. Was wir in den letzten Wochen an Feedback, Themenhinweisen und Vorschlägen in den Socials, per Mail und auf Konferenzen bekommen haben, übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem.

 

Daraus ergeben sich eine Menge Ideen. Etwa unsere Serie „Frei im Ausland“ – hier berichten freie Korrespondentinnen und Korrespondenten darüber, wie sie beispielsweise in den USA oder im Libanon Fuß gefasst haben – oder Stefan Meys Praxis-Dreiteiler, in dem er Kommunikationstools wie Signal oder Telegram für den journalistischen Gebrauch unter die Lupe nimmt. Und aus einem Vorschlag der Kollegen Jan Georg Plavec und Jakob Vicari für einen Gastbeitrag („Impact Journalism: Messt eure Wirkung!“) ist gleich ein ganzes und jetzt schon sehr nachgefragtes Format entstanden: Unter dem Titel „Community-Impuls“ bieten wir allen, die Journalismus besser machen, Debatten anstoßen oder neue Perspektiven eröffnen, einen Raum.

 

Haben auch Sie, hast auch du ein Thema für die Reihe? Wir freuen uns über jeden Vorschlag! Ebenso hilft uns Feedback zu unseren Inhalten via Socials oder Mail. Wie immer gilt: Lob tut gut, aber Kritik bringt uns weiter.

 

Wir bemühen uns, auf jede Nachricht so schnell wie möglich zu antworten. Wahr ist aber auch: An das neue Tempo müssen wir uns mitunter noch gewöhnen. Irgendwann in den letzten Wochen hat sich deshalb bei mir die Grußformel „Eilig, aber herzlich“ in den Mails etabliert – schon, um Tippfehler zu entschuldigen. Ein, zwei Autorinnen haben sich darüber womöglich ein wenig amüsiert. Ein anderer wiederum fragte, ob er die Formel für sich übernehmen dürfe (klar, warum denn nicht?).

 

Vielleicht nutze ich den Gruß in Zukunft auch in unserem neuen Newsletter-Format „Zwischenruf“. Wer den Newsletter noch nicht kennt: Im Format 4x4 liefern wir alle zwei Wochen vier aktuelle Must-reads, vier Artikel frei für alle, vier Inspirationen aus der Community und vier Einblicke aus unserer Redaktion.

 

Die „Top 30 bis 30“ 2026

Mit dieser Ausgabe feiern wir den 20. Jahrgang unserer „Top 30 bis 30“. Seit zwei Jahrzehnten versucht allen voran „medium magazin“-Herausgeberin und „Top 30“-Erfinderin Annette Milz, Talente sichtbar zu machen, die diese Branche prägen werden. Ohne die „medium magazin“-Community, ohne Sie und euch, wäre das jedoch gar nicht möglich. Deshalb unser herzliches Dankeschön an alle, die uns mit ihren Nominierungen die Auswahl schwerer, aber auch die Hoffnung auf die Zukunft größer gemacht haben.

 

Gerade zu Beginn der Karriere stellt man sich viele Fragen. Zuallererst: Wie finde ich meinen Weg in den Journalismus? Die Frage ist so bedeutend und vielschichtig, dass wir als Verlag deshalb mit dem „Medien Camp“ sogar eine Veranstaltung etabliert haben, bei der es genau darum geht.

 

Aus Gesprächen mit vielen „Top 30“ und eigener Erfahrung weiß ich, dass man sich die härtesten Fragen aber zumeist im Stillen stellt: Bin ich talentiert genug? Halte ich durch? Ist diese Branche die richtige? Und manchmal, auch hier spreche ich aus Erfahrung, reicht schon ein kleines Zeichen von außen, um nicht abzubiegen. Unsere Auswahl ist deshalb auch eine Antwort an die Talente selbst – auf die Frage, ob sie bis hierhin nicht doch schon ziemlich viel richtig gemacht haben.

 

(Generationen-)Fragen, die wir uns alle in der Branche stellen: Warum unterscheiden sich die Rollenverständnisse zwischen jüngeren und älteren Medienschaffenden teils so deutlich? Oder: Brauchen Redaktionen eigentlich mehr junge Merz- und Lindner-Sympathisanten, wie von „Zeit“-Chefredakteur Jochen Wegner aufgeworfen? Und wie gelingt es mir, ob Newcomer oder Medienprofi, beim Thema Personal Branding den Anschluss nicht zu verlieren? Die Antworten darauf gibt es im neuen „medium magazin“ 02/26.

 

Und dann gibt es diese eine Frage, auf die wir dringend eine Antwort finden müssen: Warum erleben so viele Journalistinnen und Journalisten trotz aller Diversitätsversprechen weiterhin Rassismus – sogar in der eigenen Redaktion, von den eigenen Kolleginnen und Kollegen?

 

Herzlich Ihr und euer

Frederik von Castell

 

Die aktuelle „medium magazin“-Ausgabe

  • „11 Freunde“-Redakteurin Mia Guethe ist eine der „Top 30 bis 30“-Nachwuchsjournalist:innen 2026. Alle „Top 30“-Profile jetzt im neuen „medium magazin“.
  • Außerdem: Brauchen Redaktionen mehr junge Merz- und Lindner-Sympathisanten, wie von „Zeit“-Chefredakteur Jochen Wegner aufgeworfen? Die kontroverse Debatte.
  • In 5 Schritten zur Personal Brand – mit Annika Prigge, Dirk van Gehlen und Co zur eigenen Personenmarke. 
  • Und warum erleben so viele Journalistinnen und Journalisten weiterhin Rassismus – sogar in der eigenen Redaktion?

 

 

 

 

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