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RBB besetzt Chefredaktion neu – Georg Heil soll es nach Gelbhaar-Skandal nun richten

RBB besetzt Chefredaktion neu – Georg Heil soll es nach Gelbhaar-Skandal nun richten Georg Heil (Foto: APA-Images / dpa / Rolf Vennenbernd)

Nach einem Jahr Führungsvakuum infolge gravierender journalistischer Fehler steht beim RBB offenbar eine Personalentscheidung fest: Investigativjournalist Heil soll die Chefredaktion übernehmen.

Berlin – Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) steht offenbar vor der Neubesetzung seiner Chefredaktion. Nach Informationen von „Business Insider“ und „Tagesspiegel“ soll der Investigativjournalist Georg Heil den Posten übernehmen. Der Verwaltungsrat habe demnach bereits zugestimmt, eine offizielle Bekanntgabe sei für Mitte April geplant.

 

Wie der „Tagesspiegel“ schreibt, setzte sich Heil gegen eine interne Bewerberin durch. Mehrere Quellen innerhalb des Senders bestätigten die Personalie. Heil ist derzeit Redaktionsleiter des ARD-Politikmagazins „Kontraste“ und seit 2021 in dieser Funktion tätig.

 

Die Neubesetzung erfolgt ein Jahr nach dem Rücktritt des bisherigen Chefredakteurs David Biesinger. Hintergrund war die fehlerhafte Berichterstattung des Senders über den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar. Der RBB hatte Ende 2024 Vorwürfe sexueller Belästigung verbreitet, die sich später als haltlos erwiesen und zurückgezogen wurden. Der Sender räumte anschließend schwere Verstöße gegen journalistische Sorgfaltspflichten ein.

 

Der „Tagesspiegel“ hatte in diesem Zusammenhang aufgedeckt, dass sich der RBB unter anderem auf die eidesstattliche Versicherung einer nicht existierenden Person gestützt hatte. Zudem sei ein Gespräch als „nachgestellte Szene“ dargestellt worden, das nie stattgefunden habe.

 

Infolge der Affäre traten neben Biesinger auch Programmdirektorin Katrin Günther zurück. Seither war die Position des Chefredakteurs unbesetzt.

 

Heil übernimmt die Aufgabe in einer Phase anhaltenden Umbruchs. Der Sender steht weiterhin unter politischem Druck und muss zugleich sparen sowie Stellen abbauen. Zudem wirken strukturelle Reformen nach, die nach früheren Führungsskandalen auf den Weg gebracht wurden.

 

 

 

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