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Philipp Welte plant Roman über die Verlagsbranche

Der langjährige Burda-Vorstand will nach seinem Ausscheiden bei Hubert Burda Media einen Roman über die Verlagswelt schreiben. Im Podcast „Thadeusz lang & breit“ spricht er über seine Motive – und über die wirtschaftliche Lage der Branche.

Berlin – Der langjährige Burda-Vorstand Philipp Welte will nach seinem Ausscheiden beim Medienkonzern Hubert Burda Media einen Roman über die Verlagsbranche schreiben. Das kündigte er im Podcast „Thadeusz lang & breit“ des RBB-Senders radio3 an, wie turi2 berichtet, das wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer erscheint.

 

„Ich habe es fest vor. Diese ganzen Geschichten kann man einfach nicht bei sich behalten“, sagte Welte im Gespräch mit Moderator Jörg Thadeusz. Verdichtet ergäben seine Erlebnisse „einen sehr, sehr spannenden Roman“.

 

In bisherigen literarischen Darstellungen der Branche habe er oft das Gefühl gehabt, „da schreiben Menschen mit so ein paar postpubertären Fantasien über uns“. Die Wirklichkeit sei eine andere. Zwar habe die Branche in den 1990er-Jahren „möglicherweise unfassbar viel Geld verdient“, doch diese Zeiten seien vorbei. „Die Verlagsbranche kämpft ums Überleben, und es will niemand wahrhaben. Ich glaube, da braucht es ein bisschen Realismus.“

 

Welte verbindet seine Romanpläne mit einem grundsätzlichen Appell: Es brauche einen „gesamtgesellschaftlichen Diskurs“ über die Rolle der Medien als vierte Gewalt. „Wir sind die Kontrollinstanz für die anderen Gewalten in dieser Republik, aber uns fehlen zunehmend die ökonomischen Möglichkeiten, um diesem Auftrag gerecht zu werden“, so Welte.

 

Im Podcast spricht der Manager zudem über die familiäre Zusammenarbeit im Verlag und sein Verhältnis zu Verleger Hubert Burda. Man sei bis heute beim „sehr respektvollen Sie“ geblieben. Burda sei „ein Schöngeist“, zugleich „ein unfassbar neugieriger, umtriebiger, wissensdurstiger Unternehmer“ – und „der Trailblazer der Digitalisierung der gesamten deutschen Verlagsbranche“.

 

Den Generationswechsel im Unternehmen beschreibt Welte als evolutionären Prozess, nicht als Bruch. Seine eigene Rolle habe er stets als „Last Line of Defense“ für die Redaktionen verstanden. Bei seinem Abschied im Dezember seien auch Tränen geflossen. „Ich glaube, dass ganz viele Menschen mich deshalb einfach auch gerne haben, weil ich für den Journalismus, für die freie Presse kämpfe.“

 

 

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