Vermischtes
Newsroom – Björn Czieslik

„Neues Betriebssystem“ und „größte Disruption“: Stimmen von Medientage München

„Neues Betriebssystem“ und „größte Disruption“: Stimmen von Medientage München Helge Fuhst (Foto: Medientage München/Till Wollenweber)

Auf der Konferenz „AI & Media“ der Medientage München diskutieren Branchenvertreter über die Rolle Künstlicher Intelligenz im Journalismus und in der Medienproduktion. Im Mittelpunkt stehen Chancen, Risiken und der grundlegende Wandel der Branche.

München – „KI ist nicht der Feind des Journalismus. KI ist das neue Betriebssystem unserer Branche“, sagt Helge Fuhst, seit Mitte März Chef von Springers Premium-Gruppe um „Welt“, „Politico“ und „Business Insider“, in seiner Eröffnungskeynote der Konferenz „AI & Media“ der Medientage München.

 

Zwei Tage lang diskutieren Film- und Medienschaffende, Kreative und KI-Pioniere in der Hochschule für Film und Fernsehen über den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Film, TV, Werbung und Journalismus. Das Thema sei inzwischen so groß, dass es im Rahmen der regulären Medientage München gar nicht abzubilden sei, berichtet Stefan Sutor, Geschäftsführer des Veranstalters Medien.Bayern. turi2-Redakteur Björn Czieslik fasst den Eröffnungsgipfel zusammen.

 

Fuhst beginnt seine Keynote mit einem mutmaßlich KI-generierten Video des neuen iranischen Führers Mojtaba Khamenei, den bisher kein unabhängiger Zeuge in echt gesehen hat. Selbst ob er überhaupt noch lebt, ist unklar. „Wer im Informationskrieg bestehen will, muss die Werkzeuge der synthetischen Welt besser beherrschen als die Gegner der Wahrheit und damit klug und verantwortungsvoll umgehen“, appelliert Fuhst. Um Deepfakes zu entlarven, müsse man wissen, wie sie aufgebaut sind. Der Unterschied zwischen Manipulation und Fortschritt sei Transparenz: „Während Diktaturen KI nutzen, um Menschen zu belügen, nutzen wir sie, um den Journalismus zu stärken.“ Dazu müsse KI in Redaktionen aber gelebt werden. Tech und Redaktion dürften keine getrennten Welten mehr sein. „KI muss in den Redaktionen so selbstverständlich werden wie das CMS oder Outlook im täglichen Gebrauch.“ Wer heute noch über das Ob diskutiere, so Fuhst, agiere „wie ein Chefredakteur im Jahr 1996, der darüber nachdachte, ob man dieses Internet wirklich braucht“.

 

  • Vertrauen, Markenstärke und die zentrale Rolle menschlicher journalistischer Standards in einer KI-geprägten Medienwelt
  • KI als tiefgreifende Disruption, Chancen für Medienhäuser und Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Europa
  • KI als Chance für die Kreativindustrie, insbesondere für Reichweite, Monetarisierung und Inhaltsmoderation auf Plattformen
  • Herausforderungen für Medienaufsicht und Risiken für Vielfalt durch KI sowie Förderung von KI-Kompetenzen
  • Neue kreative Möglichkeiten und beschleunigte Prozesse in der Film- und Contentproduktion durch KI

 


Sie möchten aktuelle Medien-News, Storys und Praxistipps lesen – und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Deutschland informieren? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter.

 

Sie haben Personalien in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder ist Ihnen in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen möchten? Dann senden Sie Ihre Hinweise bitte an georg.taitl@oberauer.com.