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Nach KI-Skandal im „heute journal“: ZDF beschließt Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Ziel ist es, journalistische Standards zu sichern – unter anderem durch bessere Bildverifikation, klare Quellenregeln und mehr Kompetenz im Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Mainz – Das ZDF hat nach einem fehlerhaften Beitrag im „heute journal“ vom 15. Februar 2026 einen Maßnahmenkatalog zur Sicherung journalistischer Standards vorgestellt. Die Chefredaktion definiert darin fünf zentrale Handlungsfelder: Das Wissen über Künstliche Intelligenz soll in den Redaktionen systematisch ausgebaut werden, ebenso die Kompetenzen zur Verifikation von Bildmaterial. Für Fremdmaterial gilt künftig eine verbindliche Quellenhierarchie. Zudem werden Abnahmeprozesse an digitale Anforderungen angepasst, und eine Fehlerkultur soll gestärkt werden, in der Fehler transparent benannt, aufgearbeitet und korrigiert werden.

 

Der Maßnahmenkatalog wurde dem ZDF-Fernsehrat am Freitag präsentiert.

 

ZDF-Intendant Norbert Himmler betonte die besondere Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Senders für verlässliche Berichterstattung. Zuschauerinnen und Zuschauer müssten sich auf eine unabhängige, ausgewogene und transparente Information verlassen können. Wenn Fehler passierten, müssten diese benannt, aufgearbeitet und zum Anlass für Verbesserungen genommen werden.

 

Auch die Vorsitzende des Fernsehrats, Gerda Hasselfeldt, unterstrich die Erwartungen des Publikums an verlässliche Informationen – gerade im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz. Die eingeleiteten Schritte seien wichtig, nun müsse sich ihre Wirksamkeit in der Praxis zeigen. Der Fernsehrat wolle dies zu gegebener Zeit überprüfen.

 

In dem „heute journal“-Beitrag war an einer Stelle KI-generiertes Bildmaterial verwendet worden, eine weitere Sequenz stammte aus einem anderen Kontext. Das ZDF hatte sich für die Fehler entschuldigt und darüber öffentlich informiert.

 

 

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