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Historiker: Verleger Burda hat sich mit Hitler „geschickt arrangiert“

Wie agierte der erfolgreiche deutsche Verleger Franz Burda in der NS-Zeit? Nach dem Urteil mehrerer Historiker suchte er seinen Vorteil unter den Mächtigen, ohne ein „ideologischer Nazi“ zu sein.

München (KNA) – Der Verleger Franz Burda (1903-1986) war ein Mitläufer der Nazis und hat von ihnen in der NS-Zeit profitiert. Dies ist das Ergebnis einer unabhängigen wissenschaftlichen Untersuchung der drei Historiker Tim Schanetzky, Sybille Steinbacher und Norbert Frei, wie das Magazin „Focus“ am Donnerstag meldete.


„Der Unternehmer hatte sich mit der Hitler-Partei erfolgreich arrangiert. Ein ideologischer Nazi war er deshalb nicht, aber der Gedanke einer Volks- und Betriebsgemeinschaft gefiel ihm“, sagte Norbert Frei dem Magazin. In der Frage, ob Burda Mitläufer, Profiteur oder Täter war, sei die Kommission zu dem Ergebnis gekommen, „dass alle drei Begriffe ihren Sinn haben“.


„Burda hat sich mit den neuen Machthabern seit 1933 geschickt arrangiert und ist in diesem Sinne mitgelaufen, er hat von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitiert – und er ist als 'Arisierer' zum Täter geworden“, sagte Frei weiter.


„Habsucht im Spiel“

Die „Arisierung“ der Mannheimer Bauer-Druckerei sei „der politisch-moralische Tiefpunkt seines Lebens“ gewesen. Dies wiege umso schwerer, als die Quellen nahelegten, dass Burda „das Unrecht schon damals sehr wohl bewusst“ gewesen sei. „Da waren Eigeninitiative und Habsucht im Spiel – und ein bisschen schlechtes Gewissen“, so Frei.


Mitglied der NSDAP wurde Franz Burda demnach im Mai 1937; 1930 hatte er Adolf Hitler zum ersten Mal in Offenburg erlebt. „Wie fast überall, wo Hitler in diesen Jahren des Aufstiegs der NSDAP hinkam, gab es ein großes Remmidemmi“, sagte Frei. Franz Burda habe Eintrittskarten für sich und seine Verlobte Anne gekauft. „Hinterher wollen die beiden ahnungsvoll angewidert gewesen sein, aber das sind unüberprüfbare Nachkriegserzählungen“, sagte Frei.

 

 

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