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Haptik gegen Raketen-Geschwindigkeit – turi2-Themenwoche Zukunft

Haptik gegen Raketen-Geschwindigkeit – turi2-Themenwoche Zukunft Rebekka Reinhard

Ein KI-Magazin setzt bewusst auf gedrucktes Papier. „Human“-Chefredakteurin Rebekka Reinhard erklärt, warum Haptik ein Gegenmittel zur Beschleunigung der Tech-Welt ist – und weshalb unser Denken Zeit braucht.

Berlin – Ausgerechnet ein Magazin über KI setzt auf gedrucktes Papier als „Artefakt“, das zur Langsamkeit zwingt. „Human“-Chefredakteurin Rebekka Reinhard erklärt im Auftakt-Interview zur Themenwoche Zukunft bei turi2, warum sie Haptik gegen die „Raketen-Geschwindigkeit“ der Tech-Welt stellt – und warum das unserem Hirn guttut. Sie warnt davor, das „Selbstdenken“ Algorithmen zu überlassen, die uns zur unkritischen Bequemlichkeit erziehen.

 

Sie sind Philosophin, Bestsellerautorin und Chefredakteurin des Magazins „Human“. Darin geht es um KI und deren Konsequenzen. Warum eigentlich „Human“ und nicht „AI-Magazin“?

Rebekka Reinhard: Wir haben das Magazin 2023 gegründet – das ist aus heutiger Sicht fast schon historisch, weil in der Zwischenzeit so viel passiert ist. Wir sind mit dem Anspruch angetreten, die KI-Entwicklung zu begleiten, aber aus der menschlichen Perspektive. Wir denken vom Menschen hin zu Technologie, Digitalisierung und Transformation, nicht umgekehrt. Es bringt nichts, erst zu warten, bis die KI da ist, und dann zu überlegen, was das für uns bedeutet. Wir sehen einerseits, was technologisch passiert ist, und auch, wie KI die Arbeitswelt bereits transformiert hat – oder eben noch nicht. Und wir erkennen, wie eminent geopolitisch und geoökonomisch relevant das Thema geworden ist.

 

Sie leiten das Magazin gemeinsam mit Thomas Vašek, Gründungschefredakteur einer Philosophiezeitschrift. Was macht ausgerechnet zwei Philosophen zu den richtigen Erklärern für die KI-Folgen?

Das ist eine hervorragende Frage, denn das Magazin ist schließlich menschlich erfunden und generiert. Unsere Stärke liegt in unseren unterschiedlichen Hintergründen. Ich komme aus der klassischen Geisteswissenschaft, habe an der Universität Ca’ Foscari in Venedig bei den griechischen Philosophen begonnen und bin seit über 25 Jahren als Sachbuchautorin und Speakerin unterwegs. Thomas Vašek bringt auch einen riesigen Background als Investigativ- und Tech-Journalist mit – etwa als Gründungschefredakteur der „MIT Technology Review“ in Deutschland. Was uns verbindet, ist die langjährige Arbeit für das eingestellte Philosophie-Magazin „Hohe Luft“.

 

Ein geisteswissenschaftlicher Blick auf den Tech-Hype?

Wir glauben, dass genau jetzt die Zeit für diesen Ansatz ist. Wir denken vom Menschen zur Technologie. Das ist ein humanistischer Ansatz, der die Linien zu den ganz großen Fragen zieht, die uns heute bewegen. Die Welt ist überall in Unordnung. Wir glauben, dass wir mit dem philosophischen Blick die großen Themen unserer Zeit angehen können. Die Resonanz unserer Käufer, Leser und Interviewpartner gibt uns recht: Die Leute wollen verstehen und dabei sein.

 

Zum ganzen Interview und zur Themenwoche Zukunft

 

 

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