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Newsroom – Georg Taitl

Hamburger Woche der Pressefreiheit: Wie Journalismus Vertrauen zurückgewinnen kann

Hamburger Woche der Pressefreiheit: Wie Journalismus Vertrauen zurückgewinnen kann Aktionswoche zum Thema Presse- und Informationsfreiheit vom 11. bis 17. Oktober 2026.

Desinformation, undurchsichtige Algorithmen und schwindendes Vertrauen beschäftigen die Medienbranche. Zum Auftakt der Aktionswoche diskutierten Journalisten und Medienexperten über mögliche Lösungen. Drei Themen standen dabei im Mittelpunkt.

Hamburg – Mit einer Diskussion über Desinformation und die Zukunft des Journalismus ist am Sonntag (11. Oktober) die vierte Hamburger Woche der Pressefreiheit gestartet. Bei der Auftaktveranstaltung von NDR Info diskutierten unter anderem Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, Journalistin Victoria Reichelt und Journalismus-Professorin Christina Elmer. Wie der NDR berichtet, ging es vor allem um die Frage, wie sich Vertrauen in journalistische Informationen stärken lässt.


1. Junge Menschen vertrauen Personen statt Medienmarken
Victoria Reichelt, die unter anderem für das öffentlich-rechtliche Netzwerk Funk arbeitet, sieht einen grundlegenden Wandel im Nachrichtenkonsum. Junge Menschen informierten sich zunehmend über soziale Medien und vertrauten den Menschen, die ihnen dort Inhalte vermitteln. „Menschen folgen in den Sozialen Medien Menschen und vertrauen auch Menschen“, sagte sie.


Für etablierte Medien bedeute das, stärker auf journalistische Personenmarken zu setzen. Reichelt empfahl insbesondere den öffentlich-rechtlichen Sendern, mehr Ressourcen in deren Aufbau zu investieren. Zugleich kritisierte sie, dass Medienhäuser bislang keine ausreichenden Alternativen zu den großen Social-Media-Plattformen geschaffen hätten.


2. Algorithmen begünstigen Desinformation
Christina Elmer, Professorin für Digitalen Journalismus und Datenjournalismus an der TU Dortmund, verwies auf Studien, wonach sich Desinformation auf digitalen Plattformen besser verbreiten könne als Faktenchecks. Ein Problem seien Algorithmen, deren Funktionsweise für Außenstehende weitgehend undurchsichtig bleibe.


Auch Reichelt forderte mehr Transparenz. Eine unabhängige Instanz müsse Einblick in die Algorithmen großer Plattformen erhalten. Elmer sieht zudem Möglichkeiten, digitale Plattformen anders zu gestalten, sodass nicht ausschließlich die Aufmerksamkeit der Nutzer über die Verbreitung von Inhalten entscheidet.


3. Mehr Dialog soll Vertrauen in Journalismus stärken
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales sprach von einem weitreichenden Vertrauensverlust gegenüber Journalismus und Politik. Als Gegenmittel empfahl er mehr gesellschaftlichen Dialog, insbesondere bei kontroversen Themen. Wikipedia zeige, wie unterschiedliche Perspektiven durch gemeinsame Prüfung und Diskussion zu verlässlichen Informationen beitragen könnten.


NDR-Intendant Hendrik Lünenborg forderte zugleich die Redaktionen auf, ihre Arbeitsweisen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Eva Nemela von der Körber-Stiftung betonte, dass Journalismus seine Arbeitsweise verständlicher machen müsse.


Die vierte Hamburger Woche der Pressefreiheit läuft noch bis zum 17. Oktober. Geplant sind knapp 90 Veranstaltungen mit mehr als 60 Partnerorganisationen, darunter Workshops, Diskussionen und Redaktionsbesuche. 

 


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