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„Fataler Irrweg“: Redaktionsausschüsse kritisieren geplante Umwandlung von COSMO

Arbeitsgemeinschaft sieht Gefährdung publizistischer Vielfalt und fordert Neubewertung der Reform. Die Forderungen im Detail.

Köln – Die Arbeitsgemeinschaft der Redaktionsausschüsse von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Deutscher Welle (AGRA) hat die geplante Umwandlung des Senders COSMO in „1LIVE Street“ kritisiert. In einer Stellungnahme bezeichnet die Organisation das Vorhaben als „fatalen Irrweg“ und als „Schlag ins Gesicht für publizistische Vielfalt“.

 

Nach Ansicht der AGRA steht die geplante Reform beispielhaft für eine Entwicklung, bei der Vielfalt zugunsten von Markenstrategien und Reichweitenzielen eingeschränkt werde. COSMO erreiche seit Jahren Zielgruppen, die in anderen öffentlich-rechtlichen Programmen nach Einschätzung der Redaktionsausschüsse oft zu wenig berücksichtigt würden. Dazu zählten Menschen mit Einwanderungsgeschichte, mehrsprachige Communities sowie international orientierte Hörerinnen und Hörer.

 

Kritisiert wird insbesondere, dass ein journalistisches und kulturelles Angebot mit eigenständigem Profil in ein auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnittenes Angebot umgewandelt werden solle. Die Arbeitsgemeinschaft befürchtet, dass mehrsprachige Inhalte, internationale Perspektiven und die bisherige journalistische Ausrichtung des Senders dadurch geschwächt werden könnten.

 

Zugleich äußert die AGRA Zweifel am finanziellen Nutzen der Maßnahme. Bislang liege keine überzeugende Erklärung vor, welchen Beitrag die Reform zur Konsolidierung leisten solle. Die Organisation fordert deshalb eine transparente Darstellung der programmlichen und finanziellen Folgen.

 

Kritik übt die Arbeitsgemeinschaft auch am Entscheidungsprozess. Nach ihrer Darstellung seien Mitarbeitende, Redaktionen und Kooperationspartner nicht ausreichend in die Planungen einbezogen worden. Ein öffentlich-rechtlicher Sender müsse den eigenen Ansprüchen an Transparenz und Teilhabe auch bei Reformvorhaben gerecht werden.

 

Die AGRA fordert eine Neubewertung der geplanten Umstrukturierung sowie eine stärkere Beteiligung der betroffenen Redaktionen und Kooperationspartner. Die Debatte um COSMO gehe über die Zukunft eines einzelnen Senders hinaus und berühre grundsätzliche Fragen zur Ausrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

 

 

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