Vermischtes
Newsroom – Henning Kornfeld

Donald Trump drängt auf schnelle Verhandlung gegen „Wall Street Journal“ in der Milliardenklage wegen Epstein-Bericht

Besonders eilig hat er es, weil Medienmogul Rupert Murdoch, der laut Trump direkt beteiligt war, mit 94 Jahren bald nicht mehr aussagen könnte.

Washington – Im Jahr 2003 soll Donald Trump dem später als Sexualstraftäter verurteilten Jeffrey Epstein mit einem schlüpfrigen Brief zum 50. Geburtstag gratuliert haben. So berichtete es gerade das „Wall Street Journal“. Trump bestreitet das und reagierte auf den Artikel mit einer saftigen Klage gegen die Zeitung und ihren Eigentümer Rupert Murdoch. Er fordert die Mammutsumme von mindestens zehn Milliarden Dollar Schadenersatz.

 

Trump macht in dem Verleumdungsprozess jetzt laut US-Medien Druck und fordert eine baldige Aussage von Medienmogul Murdoch wegen dessen hohen Alters. Der 94-Jährige könne womöglich zu krank oder sogar schon tot sein, sollte das Gericht kein rasches Verfahren einleiten. Trumps Anwälte werfen Murdoch eine „direkte Beteiligung“ an der Veröffentlichung im „Wall Street Journal“ vor, die die „tatsächliche Böswilligkeit der Angeklagten“ zeige.

 

Laut „Wall Street Journal“ enthielt Trumps Brief an Epstein einige mit der Maschine geschriebene Zeilen, die von der Skizze einer nackten Frau umrahmt waren. Der Brief schließe mit: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag – und möge jeder Tag ein weiteres wunderbares Geheimnis sein.“ Trump spricht von einer Fälschung.

 

Trumps Vorgehen gegen missliebige Veröffentlichungen hat Methode: So verlangte er von Paramount, dem Mutterkonzern des TV-Senders CBS, 20 Milliarden Dollar wegen eines angeblich manipulativ geschnittenen Interviews mit seiner Rivalin Kamala Harris. In einem Vergleich einigten sich der US-Präsident und das Medienunternehmen schließlich auf die Zahlung von 16 Millionen Dollar an Trumps zukünftige Präsidentenbibliothek.