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Debatte um Wal Timmy: Kritik an Hass gegen Journalisten im Netz

In der Diskussion um die Rettung des gestrandeten Wals kritisiert Bettina Steinke den Umgangston gegenüber Journalisten. Beleidigungen und Drohungen gefährdeten die Debattenkultur.

Berlin – Die Debatte um den gestrandeten Wal Timmy ist nach Einschätzung von Bettina Steinke deutlich eskaliert. In einem Kommentar in „Der Westen“ kritisiert die Chefredakteurin vor allem den Umgangston gegenüber Journalisten.

 

Die Diskussion über den richtigen Umgang mit dem Tier – Rettung oder ein Sterbenlassen – werde emotional geführt, sei aber grundsätzlich legitim. „Man darf ihre Meinung teilen. Man darf sie ablehnen. Man darf sie kritisieren – auch scharf“, schreibt Steinke. Problematisch sei jedoch die Reaktion in Teilen der Öffentlichkeit.

 

Steinke verweist auf zahlreiche Beleidigungen und Drohungen gegen Redakteure. „Wer so etwas schreibt, will keine Diskussion mehr. Der will verletzen, einschüchtern, mundtot machen. Das ist nicht ‚Emotion‘. Das ist Entgleisung“, so die Chefredakteurin.

 

Die Kritik richtet sich dabei nicht gegen die inhaltliche Auseinandersetzung, sondern gegen die Form. Journalisten seien „kein Freiwild“ und dürften nicht zum Ziel von Hass werden. „Wer darauf mit Beleidigungen und Drohungen reagiert, greift nicht nur eine Person an. Er greift die Grundlage unserer offenen Diskussionskultur an“, schreibt Steinke.

 

Die Debatte um „Timmy“ hatte zuvor breite Aufmerksamkeit ausgelöst, nachdem das Tier mehrfach in der Ostsee gestrandet war und unterschiedliche Positionen zur Rettung öffentlich diskutiert wurden. Steinke sieht in der Entwicklung der Diskussion ein grundsätzliches Problem: Wenn diese Form der Verrohung akzeptiert werde, gehe es nicht mehr nur um den Umgang mit einem Tier, sondern um den Zustand der gesellschaftlichen Debattenkultur.

 

 

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