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Newsroom – Georg Taitl

Beschlagnahmung bei der „Zeit“: FAZ-Journalist Michael Hanfeld stellt Gegenfrage

Die „Zeit“ wehrt sich gegen die Sicherstellung von Interviewaufnahmen aus dem Podcast „House of Block“. Während Journalisten die Pressefreiheit bedroht sehen, kritisiert der FAZ-Medienredakteur den Umgang mit minderjährigen Betroffenen.

Hamburg – Nach der Sicherstellung von Interviewaufnahmen der Journalistin Anne Kunze hat die „Zeit“ Beschwerde eingelegt. Wie turi2 berichtet, widerspricht Chefredakteur Giovanni di Lorenzo der Darstellung des Gerichts, die Aufzeichnungen seien freiwillig übergeben worden. Die Redaktion sei unter Druck gesetzt worden und habe mit der Übergabe eine Durchsuchung verhindert.

 

„Spiegel“-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit erklärt sich mit der „Zeit“ solidarisch und erinnert an die „Spiegel“-Affäre von 1962. „Süddeutsche“-Journalist Ronen Steinke bezeichnet das Vorgehen als „grob unverhältnismäßig“. Er warnt, dass der Zugriff auf journalistisches Recherchematerial das Vertrauen von Informanten zerstören könnte.

 

Hanfeld hinterfragt journalistische Verantwortung

Eine andere Perspektive bringt FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld ein. In seinem Beitrag stellt er infrage, ob die „Zeit“ mit dem Podcast gegen den Pressekodex verstößt. Dieser verlangt besondere Zurückhaltung bei der Berichterstattung über Minderjährige und minderjährige Verbrechensopfer.

 

Hanfeld kritisiert, dass die Debatte über die Pressefreiheit die journalistische Verantwortung gegenüber den betroffenen Kindern ausblende. Die Frage nach dem Umgang mit Minderjährigen müsse ebenso diskutiert werden wie die Rechtmäßigkeit der Beschlagnahmung.

 

Das Landgericht Hamburg hält die Aufnahmen für möglicherweise relevant, um die Glaubwürdigkeit von Zeugen im Block-Prozess zu überprüfen. Über die Beschwerden gegen die Sicherstellung muss noch entschieden werden.

 

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