Vermischtes
KNA

Bericht: Ostdeutschland in der „Tagesschau“ überproportional sichtbar

Einige Ostdeutsche nehmen sich auch lange nach der Wende noch als Bürger zweiter Klasse wahr. Eine Auswertung von 1.000 „Tagesschau“-Ausgaben zeigt: Im TV ist der Osten sehr sichtbar – aber vor allem mit einem Thema.

Berlin (KNA) – Ostdeutschland ist in der ARD-„Tagesschau“ deutlich präsenter als gedacht. Wie aus einer Auswertung von 1.000 Sendungen hervorgeht, ist der Osten gemessen an der Bevölkerungsgröße deutlich stärker repräsentiert als der Westen. In den ausgewerteten Sendungen vom 1. Januar 2023 bis zum 27. September 2025 kam Ostdeutschland demnach proportional gesehen zweieinhalbmal öfter vor. Die Auswertung hatte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Auftrag gegeben, wie sie am Dienstag in Berlin mitteilte.


Auch inhaltlich gibt es Unterschiede zwischen Ost und West. Während der Westen in der „Tagesschau“ öfter als Wirtschaftsregion erscheine, werde über Ostdeutschland eher als politisches Konfliktfeld berichtet. Wurde ein ostdeutsches Bundesland genannt, ging es in 24 Prozent der untersuchten Nachrichtenpassagen um das Themenfeld „rechte Ideologie“. Bei westdeutschen Ländern lag dieser Anteil nur bei fünf Prozent, wie es in der Auswertung heißt.


Ostdeutschland gut sichtbar
Wirtschaft, Infrastruktur und Arbeitsmarkt spielten dagegen bei westdeutschen Ländern mit 19 Prozent anteilig mehr als doppelt so häufig eine Rolle wie bei ostdeutschen mit neun Prozent. „Ostdeutschland ist in der Tagesschau gut sichtbar“ heißt es als Fazit.


Die Auswertung gehört zum Projekt „Identitäten ohne Mauern“, das die Bundesstiftung und die Film- und Fernsehproduktion Hoferichter & Jacobs im September 2025 gestartet haben. Auch die Universität Leipzig ist beteiligt.

 

 

Sie möchten aktuelle Medien-News, Storys und Praxistipps lesen – und sich über Jobs, Top-Personalien und Journalistenpreise aus Deutschland informieren? Dann abonnieren Sie jetzt unseren kostenlosen Newsletter.

 

Sie haben Personalien in eigener Sache oder aus Ihrem Medienhaus? Oder ist Ihnen in unseren Texten etwas aufgefallen, zu dem Sie sich mit uns austauschen möchten? Dann senden Sie Ihre Hinweise bitte an georg.taitl@oberauer.com.