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Verkauf des Privatsenders Das Vierte geplatzt

Der russische Medienunternehmer Dmitri Lesnewski hat den seit Ende Mai andauernden Verkaufsprozess abgebrochen.

München (dpa) - Der Verkauf des Privatsenders Das Vierte an die britische Unternehmensgruppe Spirit on Media ist nach monatelangem Tauziehen gescheitert. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Mittwoch in München einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" (Mittwoch). Demnach hat der russische Medienunternehmer Dmitri Lesnewski den seit Ende Mai andauernden Verkaufsprozess abgebrochen. Nach Angaben aus gut informierten Kreisen hatte die Spirit-on-Media-Tochter Phoenix Medien GmbH trotz mehrfacher Fristverlängerungen den Kaufpreis nicht gezahlt.

Lesnewski wolle den Sender nun weiter betreiben, sagte der Sprecher. Die Gewinne des Senders sollten in das Programm investiert werden. Zu möglichen weiteren Verkaufsbemühungen wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Auch der frühere N24-Chef Ulrich Ende, den Sprit on Media laut "FTD" als Geschäftsführer für "Das Vierte" vorgesehen hatte, bestätigte der Zeitung das Scheitern der Übernahme. Man habe sich "nicht einigen können, in nochmalige, der Marktlage angemessene Verkaufsverhandlungen einzutreten", sagte Ende dem Blatt. Offenbar habe Spirit on Media eine Senkung des Kaufpreises erreichen wollen, hieß es in dem Bericht. Zur dessen Höhe hatten die Beteiligten keine Angaben gemacht, nach Medienberichten soll es aber um rund 60 Millionen Euro gegangen sein. Lesnewski hatte "Das Vierte" 2008 vom US-Medienkonzern NBC Universal übernommen.