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Fall Heidenreich: ZDF-Intendant weist Forderung der Verleger zurück

Mehrere Leiter deutscher Buchverlage hatten in einem Offenen Brief ans ZDF gefordert, Heidenreichs TV-Sendung "Lesen!" wieder ins Programm aufzunehmen.

Hamburg (dpa) - ZDF-Intendant Markus Schächter hat am Freitag die Forderung deutscher Verleger zurückgewiesen, Elke Heidenreichs Fernsehsendung "Lesen!" wieder ins Programm aufzunehmen. "Die Trennung von Frau Heidenreich ist irreversibel", sagte Schächter in einer Mitteilung des Senders. "Die Verantwortung dafür trägt allein Frau Heidenreich, deren Verhalten gegenüber dem ZDF und seinen Mitarbeitern für das Unternehmen nicht mehr hinnehmbar war." Das ZDF hatte sich am Donnerstag von Heidenreich getrennt, weil die Autorin und Moderatorin nach der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises unter anderem gesagt hatte, sie schäme sich, für den Sender zu arbeiten.

Mehrere Leiter deutscher Buchverlage hatten daraufhin in einem Offenen Brief ans ZDF geschrieben: "Wir bitten Sie nachdrücklich, Ihrer Verantwortung für den kulturellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nachzukommen und Ihre Entscheidung zu revidieren." Es gebe im deutschen Fernsehen Wenige, die sich wie Heidenreich für die Lese- und Buchkultur dieses Landes eingesetzt hätten, mahnten die Verleger in ihrem Schreiben. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Joachim Unseld (Frankfurter Verlagsanstalt), Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch) und Marcel Hartges (Dumont).

Schächter sagte weiter, es gehe nicht um "Unmut oder Kränkungsgefühle", sondern darum, dass das ZDF durch die Vorwürfe und Behauptungen öffentlich herabgesetzt und damit das für eine weitere Zusammenarbeit notwendige Vertrauensverhältnis zerstört worden sei. Er erklärte noch einmal, das ZDF werde "mit Nachdruck ein Nachfolgeformat entwickeln" und plane für das Jahr 2009 weiterhin sechs Sendungen.