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dpa

ARD-Radiowellen bauen Vorsprung auf private Konkurrenz weiter aus

Die privaten Radiosender verlieren an Zuspruch, die Hörerschaft der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz bleibt stabil. Der beliebteste Sender im Land ist aber weiterhin in privater Hand.

Frankfurt/Main − Der Vorsprung der ARD-Sender auf die private Konkurrenz im deutschen Radiomarkt ist weiter gewachsen. An Werktagen schalten 37,18 Millionen Menschen eine der gebührenfinanzierten Wellen ein, wie aus der am Dienstag in Frankfurt veröffentlichen Media-Analyse hervorgeht. Die kommerziellen Sender kommen auf rund 29,64 Millionen Hörer. Sie haben damit im Vergleich zu Erhebung vom März verloren (minus 1,4 Prozent), die Öffentlich-Rechtlichen legten leicht zu (plus 0,1 Prozent). 

 

„Jede Region in Deutschland hat bei der ARD ihre eigene unverwechselbare Stimme“, sagte die ARD-Vorsitzende Karola Wille. Radio bleibe ein aktuelles und relevantes Massenmedium und ein Tagesbegleiter für alle Menschen.

Mit Abstand meist gehörter Sender in Deutschland bleibt trotz leichter Verluste das private Radio NRW. Der Verbund aus 45 lokalen Wellen kommt an Werktagen im Schnitt auf stündlich 1,657 Millionen Nutzer. Sender-Geschäftsführer Sven Thölen sagte: „Insbesondere vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung der digitalen Plattformen ist dieses Ergebnis sehr erfreulich.“ Es zeige, dass sich im Radio eine beispiellose Nutzerbindung erzeugen lasse.

Mit einem Zuwachs von 128 000 Hörern gelang Bayern 1 der Sprung auf Platz zwei (1,106 Millionen Hörer). Dahinter folgen der Privatsender Antenne Bayern (1,044 Millionen) sowie die öffentlich-rechtlichen Wellen WDR 2 (1,02 Millionen) und SWR3 (1,008 Millionen). Unter die Millionenschwelle rutschte das WDR-Programm 1Live (879 000), das knapp 13 Prozent seiner Hörer einbüßte.

Insgesamt ist das Interesse am Hörfunk leicht rückläufig. Unter der Woche nutzen 78,3 Prozent (März 2017: 78,8 Prozent) das Radio. Die tägliche Hördauer liegt im Schnitt bei 192 Minuten (195 Minuten).

Die Medien- und Werbewirtschaft ermittelt zweimal im Jahr die Reichweiten auf dem deutschen Radiomarkt. Bundesweit wurden über mehrere Monate hinweg mehr als 67 000 Menschen Telefoninterviews nach ihren Lieblingssendern befragt. Von den Ergebnissen hängen die Preise für Werbespots ab. In der neuen MA ist aber nur noch die Bevölkerung ab 14 Jahre aufwärts befragt worden. Auf die Hörer im Alter von 10 bis 13 Jahren, die seit 2008 Teil der Untersuchung waren, wird künftig verzichtet.