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Mohammed-Karikaturist sagt im Prozess gegen Attentäter aus

Westergaard: "Ich dachte, dass ich sterben muss".

Aarhus, 20. Januar (AFP) - Im Prozess wegen des Mordanschlags auf den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard hat dieser ausgesagt, er sei dem "sicheren Tod" entronnen. Der angeklagte Somalier sei am Abend des 1. Januar 2010 mit einer Axt und dem Ruf "Du musst sterben" in sein Haus eingedrungen, sagte der 75-jährige Westergaard am Donnerstag vor dem Gericht in der Stadt Aarhus. Er habe sich im Badezimmer verschanzt, dessen Tür der Angeklagte mit seiner Axt bearbeitet habe. Hätte die Tür nachgegeben, wäre er sicherlich getötet worden. "Ich dachte, dass ich sterben muss", sagte Westergaard.

Der Karikaturist reagierte mit seiner Aussage auf die Angaben des 29-jährigen Angeklagten, er habe Westergaard lediglich erschrecken wollen. Bei dem Angeklagten handele es sich um einen "Terroristen" und "Soldaten des Heiligen Kriegs", der klar auf seinen Tod aus gewesen sei, sagte Westergaard.

Die Anklage lautet auf versuchten Mord an Westergaard und einem Polizisten sowie auf einen versuchten Terrorakt. Der Angeklagte muss sich in Aarhus außerdem wegen Verletzung des Waffenrechts verantworten. Ihm droht lebenslange Haft. Das Urteil wird für Anfang Februar erwartet.

Der Attentäter war mit einer Axt und einem Messer bewaffnet in Westergaards Haus im Westen Dänemarks eingedrungen. Westergaard konnte sich in Sicherheit bringen und die Polizei rufen. Der 75-Jährige war wegen einer Karikatur des Propheten Mohammed, die diesen mit einem Turban in Form einer Bombe zeigte, weltweit bekannt geworden. In der islamischen Welt hatte die im September 2005 erstmals in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" veröffentlichte Karikatur einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

bt/jes