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DJV fordert Einbestellung des türkischen Botschafters nach U-Haft gegen DW-Korrespondenten

Ein X-Post aus dem Jahr 2024 ist Auslöser für die Untersuchungshaft gegen Alican Uludağ.

Berlin – Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert Bundesaußenminister Johann Wadephul auf, den türkischen Botschafter einzubestellen. Anlass ist die Untersuchungshaft gegen den Deutsche-Welle-Korrespondenten Alican Uludağ.


Der Haftbefehl war Ende vergangener Woche verhängt worden. Ein Haftrichter begründete ihn mit einem „starken Verdacht“, den türkischen Präsidenten beleidigt zu haben. Zudem bestehe die Gefahr einer „fortgesetzten Begehung der Straftat“ sowie einer „Behinderung des Beweisverfahrens“. Die Vorwürfe beziehen sich auf einen rund eineinhalb Jahre alten Beitrag Uludağs auf der Plattform X, in dem er Maßnahmen der türkischen Regierung kritisiert hatte, die zur Freilassung möglicher ISIS-Terroristen geführt hätten.

 

DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster sprach von „purer Schikane gegen einen kritischen und unabhängigen Journalisten“ und von einem „Frontalangriff auf den deutschen Auslandssender Deutsche Welle“. Der Bundesaußenminister dürfe dazu nicht schweigen. Zugleich verwies Beuster auf die aus Sicht des DJV schwierige Lage der Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei und erklärte, zahlreiche Medienschaffende säßen weiterhin in Haft.

 

 

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