Pressefreiheit
KNA

Deutschland rutscht in Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 14 ab

Auch 2025 hat sich die Lage der Pressefreiheit weltweit weiter verschlechtert. Die Reporter ohne Grenzen veröffentlichen ihre Rangliste für 2026 – mit alarmierenden Zahlen. Auch Deutschland fällt zurück.

Berlin (KNA) – In der Rangliste der Pressefreiheit hat sich Deutschland im vergangenen Jahr um drei Plätze verschlechtert und liegt nun auf Rang 14. Das teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) am Donnerstag mit, die die Rangliste jährlich erstellt. Den Abstieg begründet RSF mit einer wachsenden Bedrohungslage für Journalistinnen und Journalisten – im Netz wie auf der Straße. Auch erschwerte Arbeitsbedingungen durch polarisierende Themen, etwa die Berichterstattung über die Kriege im Nahen Osten, nennt die Organisation als Ursache.

 

Insgesamt hat sich die Lage der Pressefreiheit weltweit erneut verschlechtert. Laut RSF lebt 2026 nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung in Ländern mit einer „guten“ Situation. Spitzenreiter bleibt Norwegen, gefolgt von den Niederlanden und Estland. Ebenfalls gut ist die Lage in Dänemark, Schweden, Finnland und Irland.

 

„Dramatischer Befund“

„Nur noch einer von 100 Menschen weltweit kann sich durch eine vielfältige, gesunde Medienlandschaft informieren. Auch wenn wir den Niedergang der Pressefreiheit seit einem Vierteljahrhundert dokumentieren, bleibt dieser Befund dramatisch“, sagt RSF-Geschäftsführer Christian Mihr.

 

Dass Deutschland erneut Plätze verliert, sei auch Ausdruck eines aufgeheizten Klimas, so Mihr weiter. Gerade bei der Berichterstattung über rechtsextreme Milieus oder den Krieg in Gaza berichteten viele Journalistinnen und Journalisten von starkem Druck, hitzigen Debatten und der Sorge, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden.

 

Für die Rangliste teilt RSF die Länder in die Kategorien „gute Lage“, „zufriedenstellende Lage“, „erkennbare Probleme“, „schwierige Lage“ und „sehr ernste Lage“ ein. In Deutschland gilt die Situation als „zufriedenstellend“.

 

Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste befinden sich mehr als die Hälfte aller Länder in den beiden schlechtesten Kategorien. Besonders die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich laut RSF verschlechtert. Auch in demokratischen Staaten werde das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf Information zunehmend eingeschränkt.

 

Syrien klettert nach oben

Besonders stark abgerutscht sind Niger (minus 37 Plätze) und Ecuador (minus 31 Plätze). Israel verlor vor allem wegen des Krieges in Gaza vier Plätze und liegt nun auf Rang 116. Die palästinensischen Gebiete verbessern sich leicht auf Rang 156 von insgesamt 180 Ländern. Die USA fallen – auch wegen Angriffen der Trump-Regierung auf Journalistinnen und Journalisten sowie Medienhäuser – um sieben Plätze auf Rang 64.

 

Am deutlichsten verbessert hat sich Syrien: Nach dem Sturz der Assad-Diktatur steigt das Land von Platz 177 auf Rang 141. Schlusslicht bleibt Eritrea; auf dem vorletzten Platz liegt Nordkorea, davor China und Iran. Neu unter den letzten zehn ist Saudi-Arabien, unter anderem wegen der Hinrichtung des Journalisten Turki al-Dschasser.

 

 

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