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Newsroom – Henning Kornfeld

„König der europäischen Magazinpresse“: Axel Ganz gestorben

„König der europäischen Magazinpresse“: Axel Ganz gestorben Axel Ganz (Foto: Imago/Abacapress)

Der langjährige Gruner+Jahr-Manager und Zeitschriftenverleger ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Ganz prägte über Jahrzehnte die europäische Magazinlandschaft und baute für Gruner+Jahr das internationale Geschäft des Verlags aus.

Paris – „König der europäischen Magazinpresse“ – diese Bezeichnung wählte 1991 die „International Herald Tribune“ für Axel Ganz. Der gelernte Fotograf und Journalist, geboren am 25. Juli 1937 im badischen Örtchen Auggen, war nach Stationen bei Burda und Bauer 1978 zu Gruner+Jahr gekommen. Ganz, frankophil durch und durch, baute für den Verlag das Auslandsgeschäft auf. Dazu zählte Prisma Presse, zeitweise der zweitgrößte Zeitschriftenverlag in Frankreich.

 

Zwischen 1991 und 2005 gehörte Ganz dem Vorstand von Gruner+Jahr an und internationalisierte den Verlag. Danach wechselte er in den Aufsichtsrat, dem er bis 2015 angehörte. Ganz gründete mehr als 60 Zeitschriften, darunter „Femme Actuelle“, „Voici“ und „Télé-Loisirs“. Auch nach seiner Vorstandszeit bei G+J setzte er diese Arbeit fort. So entwickelte er 2006 zusammen mit dem Verlag in Frankreich die Frauenzeitschrift „Jasmin“, die allerdings schnell scheiterte.

 

Wie seine Familie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, ist Ganz nun im Alter von 88 Jahren gestorben. „Frankreich verliert eine der großen Persönlichkeiten der Presse, einen Mann, dessen Weitsicht und Leidenschaft die Medienwelt nachhaltig geprägt haben“, heißt es in ihrer Erklärung. Die Geschäftsführung des von Ganz gegründeten und lange geleiteten französischen Verlags Prisma Media, heute Teil von Hachette, bezeichnete ihn als „Visionär, Unternehmer und Wegbereiter“.

 

Das von Ganz maßgeblich aufgebaute Zeitschriftenimperium von Gruner+Jahr ist heute Geschichte: Bertelsmann hat G+J zerschlagen, einige Teile bei RTL einsortiert und sich von den Auslandsbeteiligungen nach und nach getrennt. Ganz hat diesen Prozess kritisch begleitet. Den Zusammenschluss von RTL und G+J hielt er für eine „defensive Maßnahme“, wie er 2021 im Interview mit der „Welt“ sagte: „Der Beitrag für offensive Marktstrategien, für die Entwicklung neuer Produktformate als Antwort auf die vordringenden Streaming-Angebote wird gering sein.“

 

Wegen seiner „ordentlichen Ergebnisse“ und seines „soliden Titel-Portfolios“ hätte Gruner+Jahr nach seiner Überzeugung unabhängig bleiben können, sagte Ganz weiter.

 

 

 

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