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Einstweiliger Verkaufsstopp für Kachelmann-Buch zugestellt

Gericht: Name der Ex-Freundin darf nicht genannt werden.

Mannheim (AFP) - Der Heyne-Verlag darf das Buch von Wettermoderator Jörg Kachelmann über seinen Vergewaltigungsprozess vorerst nicht mehr ausliefern. Dem Verlag wurde am Donnerstag eine entsprechende einstweilige Verfügung des Landgerichts Mannheim zugestellt, wie das Gericht mitteilte. Es begründete den Verkaufsstopp damit, dass Kachelmann den vollen Namen seiner damaligen Ex-Freundin nennt, die ihn wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Die Namensnennung in dem Buch ist nach Auffassung des Gerichts unnötig, weil Kachelmanns beabsichtigte Aufarbeitung des umstrittenen Prozesses dadurch "kein stärkeres Gewicht" erhalte.

Zudem seien Interviews, die die Klägerin nach dem Prozess gegeben hatte, anonymisiert verbreitet worden. Der Verlag und Kachelmann können laut Gericht gegen die Verfügung Widerspruch einlegen. Der Heyne-Verlag verteidigte die volle Namensnennung in dem Buch am Donnerstag damit, dass die Frau selbst ihr Recht auf Anonymität in einem Interview der Illustrierten "Bunte" preisgegeben habe. Zudem habe das Landgericht Mannheim ihren Namen in einer bundesweit versandten Pressemitteilung zum Freispruch Kachelmanns am 31. Mai 2011 mitgeteilt. Ihr voller Name sei auch von der Zeitschrift "Emma" genannt worden. Die Frau sei damit "zu einer relativen Person der Zeitgeschichte geworden, die gegen eine Namensnennung keine rechtlichen Einwände vorbringen" könne, erklärte der Verlag. In der Urteilsbegründung zum Freispruch Kachelmanns hatte das Landgericht erklärt, es gebe keine "tragfähigen Beweise" dafür, dass der Wetterexperte im Februar 2010 seine Ex-Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt habe. Über den Prozess schrieb der Moderator nun das Buch mit dem Titel "Recht und Gerechtigkeit - Ein Märchen aus der Provinz".