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„Stern“-Preis in Hamburg verliehen

Der Preis ehrt ARD, „Zeit“ und die „Braunschweiger Zeitung“ – von Psychiatrie-Doku bis zum Justizirrtum. In der Foto-Kategorie gewinnt eine Bildreportage aus Syrien.

Hamburg (KNA) – Der ARD-Beitrag „Akutstation Psychiatrie“ von Katrin Wegner ist Sieger in der Kategorie Dokumentation beim diesjährigen „Stern“-Preis. Der begehrte Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste Reportage geht an Philipp Daum für seinen in der „Zeit“ erschienenen Beitrag „Du bist wie ein Vater für mich. Nicht so ein Arsch wie mein letzter“ über ein Abenteuercamp für Kinder, deren Eltern im Gefängnis sitzen.

 

Auch in der Kategorie „Fotogeschichte des Jahres“ war die „Zeit“ erfolgreich. Die Jury zeichnete Emile Duckes Fotoreportage „Die Schatten des Sieges“ über die Lage in Syrien nach dem Fall des Assad-Regimes aus. Nicole Rosenbachs Recherchen über den umstrittenen Kinderpsychiater Michael Winterhoff überzeugten die Jury in der Kategorie „Investigation“. Die ARD-Mediathek-Produktion „Der Kinderpsychiater – Die Macht des Dr. Winterhoff“ zeige, welchen Einfluss Winterhoff trotz seiner von der Fachwelt abgelehnten Thesen zur kindlichen Entwicklung insbesondere im staatlichen Jugendhilfesystem hatte.

 

Mit dem Preis für die beste lokale Geschichte wurde Erik Westermann von der „Braunschweiger Zeitung“ für „Im Bann des Opfers. Anatomie eines Justizirrtums“ ausgezeichnet. Bei der in Kooperation mit dem „Spiegel“ entstandenen Recherche geht es um den Fall einer jungen Frau, die glaubhaft versicherte, Opfer von sexuellem Missbrauch, Demütigungen und Folter gewesen zu sein. Es kam zu 90 Ermittlungsverfahren und einem Dutzend Angeklagten. Sogar ihre Eltern müssen ins Gefängnis. Doch dann nimmt das Verfahren eine spektakuläre Wende – die Horrorerlebnisse stellten sich später als erfunden heraus und das Braunschweiger Verfahren erwies sich als massiver Justizirrtum.

 

Der „Stern“-Preis gilt als einer der begehrtesten deutschen Journalistenpreise. Er war bis 2021 nach dem langjährigen „Stern“-Chefredakteur und Herausgeber Henri Nannen (1913–1996) benannt, wird wegen der Kontroversen über Nannens Tätigkeit im Nationalsozialismus aber seitdem als „Stern“-Preis verliehen. Der Preis ist seit 2016 undotiert.

 

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