Journalistenpreise
KNA

Georg Stefan Troller Preis: Laschet warnt vor wachsendem Antisemitismus

Sechs Journalistinnen, Journalisten und Autoren sind mit dem erstmals vergebenen Preis ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung warnte CDU-Politiker Armin Laschet vor einer gefährlichen Entwicklung. Welche Arbeiten die Jury würdigte.

Frankfurt (KNA) – Im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main ist am Sonntag erstmals der mit 12.000 Euro dotierte Georg Stefan Troller Preis verliehen worden. Das Preisgeld teilen sich der Springer-Journalist Nicholas Potter, Thorsten Schmitz von der „Süddeutschen Zeitung“, die beiden Buchautoren Mascha Malburg und Joshua Schultheis sowie die beiden Hörspiel-Autoren Sharon On und Dirk Laucke. Eine lobende Erwähnung erhielt Anetta Kahane, Gründerin der Amadeu Antonio Stiftung, für ihre Kolumnen in der „Frankfurter Rundschau“.

 

Laudator Laschet: Zusammenhalt in Gefahr

Laudator Armin Laschet warnte vor einer neuen gefährlichen Mischung aus rechtem, linkem, akademischem und arabisch geprägtem Antisemitismus. Dieser sei geeignet, die ganze Gesellschaft zu vergiften, so der CDU-Politiker.

 

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag zeigte sich über den Aufstieg der AfD in Sachsen-Anhalt sowie antisemitische Ausfälle in der Berliner Linken erschüttert. Zugleich äußerte sich Laschet zu den Folgen des Überfalls der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Obwohl der 7. Oktober 2023 ein unvorstellbar grausames Massaker an Juden dargestellt habe, sei „das Zusammenleben hier in Deutschland und der Kampf gegen Antisemitismus schwieriger geworden als zuvor“.

 

Erinnerung an Reporterlegende Troller

Der vom Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten und der Fazit-Stiftung ausgeschriebene Georg Stefan Troller Preis zeichnet journalistische Beiträge aus, „die jüdisches Leben in der Gegenwart sichtbar machen, differenziert darstellen und das Verständnis für jüdische Lebensrealitäten im deutschsprachigen Raum und weltweit fördern“.

 

Zudem werden den Angaben zufolge Arbeiten gewürdigt, „die sich klar gegen Antisemitismus positionieren und zu seiner Bekämpfung beitragen“. Benannt ist der Preis nach dem Filmemacher Georg Stefan Troller, der im vergangenen Jahr im Alter von 103 Jahren starb.

 

Betroffene zu Wort kommen lassen

Potter, der in diesem Jahr von der „taz“ zum Axel-Springer-Verlag wechselte und dort seither als Chefreporter tätig ist, erhielt den Preis für sein Buch „Die neue autoritäre Linke“. Schmitz wurde für seinen Text „Wer ein Warum hat, erträgt jedes Wie“ geehrt. Darin geht es um Or Levy, der am 7. Oktober 2023 von der Hamas in den Gazastreifen verschleppt wurde und erst nach über einem Jahr wieder freikam.

 

Malburg und Schultheis bekamen die Auszeichnung für ihr Buch „Worüber Juden reden“; On und Laucke für das Hörspiel „Auch wenn es dunkel ist“ mit Berichten über den Terrorangriff der Hamas, das die beiden für den Rundfunk Berlin-Brandenburg gestalteten.

 

 

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