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Bundesregierung: Fall Yücel belastet deutsch-türkische Beziehungen

Vor einem Jahr war der „Welt“-Korrespondent festgenommen worden. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen.

Berlin (dpa) − Ein Jahr nach der Festnahme des Journalisten Deniz Yücel hat die Bundesregierung erneut die Freilassung aller aus politischen Gründen inhaftierten Deutschen in der Türkei gefordert. „Die Bundesregierung wird sich auch in Zukunft mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, politisch wie diplomatisch, für die Freilassung von Deniz Yücel wie natürlich auch der anderen inhaftierten Deutschen einsetzen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Am Mittwoch vor einem Jahr war der „Welt“-Korrespondent Yücel (44) festgenommen worden. Ihm wird Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen, bis heute wurde aber keine Anklage erhoben. „Diese lange Haft ohne Anklageschrift, ohne Einleitung eines ordentlichen Gerichtsverfahrens, ist natürlich eine Belastung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei“, sagte Seibert.

Seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 sind mindestens 28 Deutsche aus politischen Gründen verhaftet worden. Sechs davon sitzen noch im Gefängnis. Insgesamt befinden sich derzeit 47 deutsche Staatsangehörige in türkischer Haft. In den Fällen, in denen politische Vorwürfe keine Rolle spielen, geht es um Drogenvergehen, Diebstahl, Körperverletzung und Tötung.

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